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Auch als Chef Verantwortung abgeben können

25. November 2014

VS-Geschäftsführer zu Gast am Campus Bad Mergentheim

Was zeichnet eine gute Führungskraft aus? Darüber diskutierte Bernhard Schwering, kaufmännischer Geschäftsführer der VS Vereinigte Spezialmöbelfabriken, mit Studierenden der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mosbach. Auch das Erfolgsrezept seines eigenen Führungsstils offenbarte er dabei.

15 duale Studierende der Informatik, Holztechnik sowie der BWL-Fächer International Business und Industrie lernen und arbeiten aktuell bei VS Vereinigte Spezialmöbelfabriken. Das Unternehmen aus Tauberbischofsheim gehört zu den führenden Einrichtern von Bildungsstätten und ist Spezialist auf dem Gebiet der Büro- sowie Objekteinrichtungen. Mit einem dualen Studium hätte er selbst sich den Praxisschock erspart, glaubt Bernhard Schwering, denn: „Nach der Uni stellen sich manche Prozesse anders dar als in der Theorie gelernt.“ Seine Erfahrungen, was eine gute Führungskraft ausmache, teilte der Geschäftsführer am 18. November mit rund 30 DHBW-Studierenden der BWL und des Wirtschaftsingenieurwesens am Campus Bad Mergentheim. Seine Schlagworte waren Authentizität, Delegation, Motivationskraft und Kommunikation. Abgesehen davon vermied er die typische Managersprache und blieb nahbar.

Authentizität ist für Bernhard Schwering die Grundvoraussetzung für jeden beruflichen Erfolg. „Aber besonders als Führungskraft sollte man niemandem etwas vorspielen, weder die harte noch die weiche Nummer. Das merken die Mitarbeiter sofort und verlieren den Respekt.“ Darüber hinaus müsse ein Chef gerecht, berechenbar und offen allen Mitarbeitern gegenüber sein, so der Geschäftsführer. Nach diesen Kriterien suche er auch solche Mitarbeiter aus, denen er Führungsaufgaben übertragen wolle.

Fehler passieren

„Delegation wird mit zunehmender Führungsverantwortung wichtiger“, erzählte Schwering, der bei VS für die Bereiche Einkauf, Rechnungswesen, Controlling und Personal verantwortlich ist. Seinen Mitarbeitern gibt er Ziele vor, überlässt es aber ihnen selbst, diese eigenverantwortlich zu erreichen. Von den Studierenden nach den Risiken von Delegation befragt, erklärte der Geschäftsführer: „Davor kann sich keiner in so einer Position schützen. Wenn Fehler passieren, muss man als Führungskraft dafür gerade stehen und die Verantwortung übernehmen.“ Fachlich könne niemand alle Details überblicken. Bei VS helfe ihm aber ein Kennzahlensystem, Fehler möglichst frühzeitig zu erkennen, um schnell gegensteuern zu können.

Geld spiele bei der Motivation seiner Mitarbeiter keine übergeordnete Rolle, glaubt Bernhard Schwering. Wichtiger sei, ihnen eine sinnvolle Aufgabe zu geben, die sie selbst wie auch das Unternehmen weiterbringt. Dazu gehöre auch, ihnen Verantwortung zu übertragen. „Und ich muss private Aspekte ernst nehmen“, erklärte der Geschäftsführer. Er sehe es als seine Aufgabe an, auch dann Ansprechpartner für seine Mitarbeiter zu sein, wenn sie Beziehungsprobleme oder finanzielle Schwierigkeiten haben. „Man muss immer den Menschen als Ganzes sehen.“

Management by Walking around

Überhaupt sei das persönliche Gespräch das Geheimnis seines beruflichen Erfolgs, ist sich Bernhard Schwering sicher. Er versucht, immer für seine Mitarbeiter erreichbar zu sein. Zum einen gebe es dafür die klassischen Sitzungen. „Zum anderen verbringe ich viel Zeit damit, durch die Abteilungen zu laufen und direkter Ansprechpartner bei allen Problemen zu sein.“ Dieser Führungsstil nennt sich „Management by Walking around“, also der direkte persönliche Kontakt zu den Mitarbeitern. Auch wenn der 61-jährige kaufmännische Geschäftsführer den Begriff an diesem Abend nicht nannte, zeigte er den DHBW-Studierenden doch die Potenziale dieses Kommunkationswerkzeugs.