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Berufliche Schulen und Duale Hochschule kooperieren

11. Juli 2016

Schulleiter und Schulträger im Informationsaustausch mit dem Prorektor

Zu einem Informationsaustausch trafen sich in diesen Tagen die Schulleiter der Beruflichen Schulen im Landkreis, die Vertreter des Schulträgers Main-Tauber-Kreis sowie der Prorektor der DHBW Mosbach – Campus Bad Mergentheim. Foto: Landratsamt Main-Tauber-Kreis

Die Beruflichen Schulen im Main-Tauber-Kreis sind überaus wichtige Bildungseinrichtungen. Die Mehrheit der Abiturienten aus dem Main-Tauber-Kreis hat ein berufliches Gymnasium der Richtungen Wirtschaft, Technik, Sozialwissenschaften, Ernährungswissenschaften oder Bio-technologie besucht. Ihnen bietet sich mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg – Campus Bad Mergentheim – eine ideale Studienplattform. So ergibt sich von der Schule bis zur Hochschule ein transparentes und in sich geschlossenes Bildungsangebot innerhalb des Landkreises.

Die Schulleiterinnen und Schulleiter der Beruflichen Schulen im Main-Tauber-Kreis, der Prorektor der DHBW Mosbach – Campus Bad Mergentheim, Prof. Dr. Seon-Su Kim, und die Vertreter des Schulträgers Main-Tauber-Kreis, unter der Leitung von Dezernent Jochen Müssig, trafen sich in diesen Tagen zu einem Informationsaustausch. Von den Beruflichen Schulen waren Manfred Breuer (Berufliches Schulzentrum Wertheim), Robert Dambach (Kaufmännische Schule Tauberbischofsheim), Wilhelm Ehrenfried (Kaufmän-nische Schule Bad Mergentheim), Anke Mund (Berufliche Schule für Ernährung, Pflege und Erziehung Bad Mergentheim), Hermann Ruppert (Gewerbliche Schule Tauberbischofsheim), und Edeltraud Smolka (Gewerbliche Schule Bad Mergentheim) vertreten.

In dem Gespräch wurde Wert darauf gelegt, dass sich innerhalb des Main-Tauber-Kreises ein überaus attraktives und transparentes Bildungsangebot von den allgemeinbildenden über die beruflichen Schulen bis hin zur Studienmöglichkeit an der Dualen Hochschule in Bad Mergentheim entwickelt hat.

Prorektor Prof. Dr. Seon-Su Kim informierte zunächst über die allgemeinen Eckdaten der Hochschuleinrichtung in Bad Mergentheim. Der Campus Bad Mergentheim besteht seit dem Jahr 2002 als Außenstelle der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mosbach. An der Dualen Hochschule studieren insgesamt etwa 3.600 Studenten, wovon inzwischen 513 in Bad Mergentheim eingeschrieben sind. Rund 44 Prozent dieser Studenten kommen aus dem Main-Tauber-Kreis und 56 Prozent von außerhalb. Von ganz besonderer Bedeutung bei einem dualen Studium ist die anschließende Übernahme durch die Praxisbetriebe, deren Anteil bei nahezu 90 Prozent liegt.

In Bad Mergentheim werden die Studiengänge „International Business“, „Gesundheitsma-nagement“ und „Wirtschaftsingenieurwesen“ angeboten. „Mit diesen Studiengängen liegen wir in einem guten Trend“, sagte Prof. Kim. Denn im Vergleich aller Dualen Hochschulen in Baden-Württemberg belegt die Statistik, dass die Standorte in Mosbach und Bad Mergentheim weit überdurchschnittliche Zuwächse haben. Der Campus Bad Mergentheim konnte so gegenüber dem Vorjahr um 17,6 Prozent zulegen.

Ziel des Campus Bad Mergentheim ist es, die Studentenzahl auf rund 800 zu erhöhen. Hierzu werden inzwischen unterschiedliche Vermarktungsvorhaben umgesetzt, darunter die Kontaktaufnahme zu den Beruflichen Schulen im Main-Tauber-Kreis und im Nachbarlandkreis Würzburg. Parallel werden Kooperationen zu Unternehmen und natürlich zu Studierwilligen selbst gesucht. Ergänzend wird über die Erweiterung des Studienangebotes nachgedacht. Gegenwärtig werden deshalb verschiedene Optionen geprüft.

In der Aussprache ging es unter anderem darum, die Lehrinhalte zum Thema Industrie 4.0 sowohl an den Beruflichen Schulen als auch an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mosbach effizient zu etablieren. Als Ergebnis wurde vereinbart, das Hochschullabor der DHBW Mosbach zu besuchen. Eventuell können dortige Lerninhalte auch bei den Beruflichen Schulen berücksichtigt werden.

Stolz ist man bei der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, dass die Zahl der Studienabbrecher im Vergleich zu anderen Hochschuleinrichtungen wesentlich geringer ausfällt. Liegt die Zahl der Studienabbrecher über alle Studiengänge hinweg bei rund 30 Prozent, sind es bei der DHBW Mosbach nur rund 15 Prozent. In dem Informationsaustausch wurde deshalb auch intensiv darüber gesprochen, wie Studienabbrecher aufgefangen und beispielsweise an das duale Studium herangeführt werden können.

„Für uns ist es wichtig, dass die jungen Menschen erkennen, dass innerhalb des Main-Tauber-Kreises jede schulische Ausbildung bis hin zum Studium und eine anschließende berufliche Karriere möglich sind“, erklärte Dezernent Jochen Müssig für den Schulträger Main-Tauber-Kreis. Der Geschäftsführende Schulleiter der Beruflichen Schulen, Wilhelm Ehrenfried, fügte den Gedanken an, über die Schulen und die Hochschule hinweg Netzwerke aufzubauen, „um jungen Menschen nach dem Abbruch eines Studiums bei der Neuausrichtung zu helfen“. Um die Studienangebote der Dualen Hochschule noch näher an die jungen Menschen heranzubringen, wurde auch der Einsatz von Studienbotschaftern ins Gespräch gebracht. Wenn Bedarf besteht, können die Beruflichen Schulen die Studienbotschafter anfordern.

Bei allen Bemühungen ist es der Dualen Hochschule Baden-Württemberg sehr wichtig, weitere Partnerunternehmen zu gewinnen, erklärte Prof. Kim. Inzwischen haben sich diesem dualen Studiensystem bereits 57 Unternehmen aus dem Main-Tauber-Kreis angeschlossen. Dadurch hat sich ein enger Kontakt zwischen Praxis und Wissenschaft entwickelt. Dies bringt auch Dynamik in die einzelnen Unternehmen. Weitere interessierte Betriebe können sich mit der Hochschule in Bad Mergentheim in Verbindung setzen.

Die Schulleiter der Beruflichen Schulen im Main-Tauber-Kreis beabsichtigen den Dialog zur Dualen Hochschule Baden-Württemberg künftig auch durch Einzelprojekte fortzusetzen. Hierbei soll es unter anderem um den Leistungsstand von möglichen Studenten für eine Aufnahme an die Hochschule gehen.

Informationen zur Dualen Hochschule Baden-Württemberg gibt es bei der DHBW Mosbach – Schloss 2/Schloss 10, 97980 Bad Mergentheim, Telefon: 07931/530-600, Fax: 07931/530-604, Internet: www.studieren-im-schloss.de. Informationen zu den Beruflichen Schulen gibt es hier.

Medienkontakt: Landratsamt Main-Tauber-Kreis, Büro des Landrats, Gartenstraße 1, 97941 Tauberbischofsheim, Telefon 09341/82-5612, Telefax 09341/82-5690, pressestelle@main-tauber-kreis.de