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Der Elektro-Segler fliegt

27. Juli 2016

Segelflieger-Konzept der DHBW-Mosbach verwirklicht

Auf der AERO 2015 in Friedrichshafen wurde der von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mosbach konzipierte Elektroantrieb für ein Segelflugzeug als System erstmals in einem Mockup vorgestellt. Nun hob der Prototyp ab.

Das doppelsitzige Segelflugzeug ASG 32 EL mit einer Spannweite von 20 Metern ist das erste Flugzeug der Alexander Schleicher GmbH, das mit einem Elektroantrieb ausgerüstet ist. Ein ausklappbarer, elektrischer Antrieb dient dem Piloten als „Heimkehrhilfe“ dient: Bei ungünstigen Wetterbedingungen oder nachlassender Thermik können so über 100 Kilometer zurückgelegt werden und der nächste Flugplatz oder der Heimatflugplatz sicher erreicht werden. Dieses innovative Antriebskonzept wurde im Rahmen von „Hessen ModellProjekte“ aus Mitteln der Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz (LOEWE) gefördert.

Für die Entwicklung bildete man unter der Federführung der Firma Schleicher ein Konsortium mit der DHBW Mosbach, der Universität Kassel sowie mit Unternehmen, die sich auf anspruchsvolle Batterielösungen spezialisiert haben. Propeller und Bediengerät entstanden ebenfalls in Zusammenarbeit mit Spezialfirmen. Der Studiengang Mechatronik mit dem Schwerpunkt Elektromobilität der DHBW Mosbach hatte das Innovationsprojekt bei Schleicher angestoßen und mitentwickelt.

100 Kilometer Reichweite

Nach ausgiebigen Testläufen am Boden wurde jetzt mit Spannung erwartet, ob sich auch in der Luft die rechnerischen Leistungsdaten bestätigen. Angepeilt waren 20 Minuten Laufzeit unter Volllast. Zusammen mit Steigwerten von 1,3 m/s ergibt das eine Reichweite von 100 Kilometer – und das doppelsitzig besetzt.

Die ASG 32 El hob im F-Schlepp ab, um dann in ausreichender Höhe zunächst alle Funktionen des Elektroantriebs zu überprüfen. Der anschließende erste ausgiebige Steigflug unter Volllast bestätigte dann alle zuvor theoretisch ermittelten Werte auch in der Praxis. Innerhalb 20 Minuten Motorlaufzeit wurden rund 1.500 Meter Höhe gewonnen.