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„Ist die Kuh gesund, läuft es richtig rund“

11. Februar 2015

Rinderforum an der DHBW Mosbach

In Donaueschingen ist das Rinderforum des Raiffeisenkraftfutterwerks (RKW) Kehl schon Tradition. Jetzt durften sich erstmals auch die Mitgliedsbetriebe aus dem nordbadischen Einzugsbereich der ZG Raiffeisen über die Fachveranstaltung vor ihrer Haustür freuen. „Ist die Kuh gesund, läuft es richtig rund“ lautete das Thema der Premiere, für die die Duale Hochschule Baden Württemberg (DHBW) Mosbach als Gastgeber gewonnen werden konnte.

RKW-Geschäftsführer Bernhard Stoll bewertet die Entscheidung zur Durchführung eines Rinderforums in Mosbach als äußerst positiv: „Wir intensivieren unsere Aktivitäten in Nordbaden zunehmend. Somit steigt der Anspruch an uns selbst, unsere Kunden dort mit unserer Fach- und Beratungskompetenz verstärkt zu unterstützen. Das Rinderforum ist ein Baustein.“ Mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mosbach sei ein hervorragender Gastgeber mit im Boot. Der Bildungseinrichtung ist diese Form der Kooperation hochwillkommen: „Wir sehen in einer solchen Veranstaltung eine gute Möglichkeit, den Agrarschwerpunkt, den wir unseren Studenten der Betriebswirtschaftslehre (BWL) anbieten können, stärker zu etablieren“, sagte Prof. Dr. Alexander Neumann, Leiter des Studiengangs BWL-Handel mit der Vertiefung Branchenhandel Agrar.

Gut 50 Teilnehmer aus den Vertriebsregionen Tauberbischofsheim/Schweigern und Karlsruhe/Mannheim folgten den Vorträgen und stellten zahlreiche Fragen. „Die Resonanz von Seiten der Landwirte war durchweg positiv“, bilanziert RKW-Produktionsmanagerin Julia Schmautz: „Die Themenauswahl und die Vorträge an sich kamen sehr gut an.“

 

Tierwohl und wirtschaftlicher Erfolg hängen unmittelbar zusammen

Zwei externe Referenten und  die RKW-Produktionsmanager Stefan Mühlenstädt und Julia Schmautz  besetzten die insgesamt vier  Fachvorträge, die das Thema Kuhgesundheit rundum beleuchteten: von den möglichen Ursachen von Erkrankungen über Verlauf und Behandlungsformen bis hin zu vorbeugenden Maßnahmen. Dabei zog es sich wie ein roter Faden durch alle Vorträge, dass sich der Aufwand lohnt, der für gute Haltungsbedingungen fraglos erbracht werden muss. Tierwohl und wirtschaftlicher Erfolg, so eine zentrale Aussage, hängen unmittelbar zusammen.

Mangelhafte Euterhygiene etwa kostet die deutschen Milchviehhalter im Jahr in Summe 1,4 Millionen Euro, zitierte Schmautz eine Schätzung der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG). Mit den richtigen „Hygienemaßnahmen im Rinderstall“ – so der Titel ihres Vortrags – könnten die Landwirte die Ausbreitung von krankheitsauslösenden Keimen von Vorneherein verhindern oder zumindest stark eindämmen. Ebenso wie Mühlenstädt („Einflüsse der Fütterung auf die Tiergesundheit“) gab sie den Landwirten neben gut aufbereitetem wissenschaftlichem Material zahlreiche handfeste Tipps mit auf den Weg.

Mühlenstädt gab in seinem Vortrag einen Überblick über Stoffwechselkrankheiten bei Kühen und verdeutlichte den Zusammenhang mit der Leistungsfähigkeit, vor allem auch hinsichtlich der unterschiedlichen Stadien: „Wenn eine Kuh vor dem Kalben gut frisst, ist das die beste Voraussetzung für ihre Gesundheit in der Latktationsphase“, lautete eine wesentliche Aussage. Grundsätzlich hilfreich sei es, über das Fressverhalten der einzelnen Tiere Buch zu führen. So lasse sich in optimaler Abstimmung mit dem Futter die Milchleistung erhöhen beziehungsweise auf hohem Niveau halten.

„Wenn ein Kalb blöd schaut, stimmt irgendetwas nicht.“

„Mortellarosche Krankheit – kein Ende in Sicht?“ Tierärztin Andrea Fiedler aus München hatte ein hochaktuelles Thema gewählt. Unter den anwesenden Landwirten konnte nur einer für sich in Anspruch nehmen, dass sein Stall von der weitverbreiteten und hoch ansteckenden Klauenerkrankung nicht betroffen ist. „Eine lahme Kuh frisst weniger und bringt dann auch weniger Leistung“, brachte es die Expertin auf den Punkt. Mit regelmäßiger Klauenpflege sowie der richtigen Stallhygiene und -konzeption könne man jedoch viel erreichen. Auch sie empfahl den Landwirten, die Kühe genau zu beobachten. Oft böten schon Kleinigkeiten wie die Größe der Liegeplätze Ansatzpunkte für Verbesserungen.

Das Wohl der Tiere im Auge haben: Das ist auch nach Ansicht von Angela Lamminger-Reith die unbedingte Basis für einen gesunden, gut gehenden Betrieb. Ihres Vortrag „Homöopathie bei Rindern“ entwickelte sich fast schon zu einer Art Sprechstunde: Das Interesse der Landwirte an den Einsatzmöglichkeiten von Globuli war sehr groß. Vieles sei machbar mit Hilfe der Homöopathie, sagte Lamminger-Reith. Eine wesentliche Voraussetzung sei allerdings, etwaige gesundheitliche Probleme bei den Tieren früh zu erkennen. Hierfür hatte die Expertin einen ebenso einfachen wie handfesten Tipp: „Wenn ein Kalb blöd schaut, stimmt irgendetwas nicht.“