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Von Kundenwünschen, Blue Oceans und Produktlebenszyklen

29. Juli 2014

Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen der DHBW Mosbach organisierte Vorträge für Produktmanager

Eine Stärke der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) ist die enge Verzahnung zwischen Theorie und Praxis. Dies gilt nicht nur für die Lehre. Auch Unternehmen will die Hochschule eine Plattform zum Meinungs- und Erfahrungsaustausch zu aktuellen Themen bieten. Der Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen (WIW) der DHBW Mosbach setzte mit seinem Vortragsnachmittag zum Produkt- und Innovationsmanagement eine rege Diskussion zu Kundenwünschen, Produktlebenszyklen und Marketingstrategien in Gang.

„Den Grundbaustein unseres Dualen Konzepts spiegelt die Veranstaltung wider“, eröffnete der Dekan der Fakultät Technik Prof. Dr. Max Mühlhäuser den Vortragsnachmittag „Produktmanagement im Wandel“. „Denn heute trifft Wirtschaft auf Wissenschaft.“ 80 Produktmanager aus dem Norden Baden-Württembergs und den angrenzenden Bundesländern waren der Einladung der DHBW Mosbach und der IHK Heilbronn-Franken an den Campus Bad Mergentheim gefolgt. Die Hochschule bildet dort ab Herbst 2014 junge Leute in der neuen WIW-Studienrichtung „Innovations- und Produktmanagement“ (IPM) aus. Drei Referenten lieferten unter der Moderation des IHK-Vertreters Kai Plambeck die Grundlage zur Diskussion, die sich auch lange nach dem offiziellen Programm fortsetzte: einem kundenorientierten Ansatz, aus Perspektive der Konkurrenz oder auf Basis des Produkts selbst.

Auf innovativen Märkten die Konkurrenz hinter sich lassen

Für Britta Goldbach, Produktmanagerin bei der JUMO GmbH & Co. KG in Fulda, spielt die Kaufentscheidung des Kunden eine wesentliche Rolle für die Produktentwicklung. In ihrem Vortrag skizzierte sie den Wandel vom ehemals reinen „Verkäufermarkt“ zum heutigen „Käufermarkt“, bei dem der Käufer mehr Einfluss auf die Marktentwicklung hat als der Verkäufer. Die Gründe für diesen Wandel liegen darin, dass es mehr Wettbewerber und internationale Märkte gibt, der Kunde also aus einem größeren Angebot wählen kann. Eine probate Strategie, um dem veränderten Käuferverhalten Rechnung zu tragen, sei die „Diversifikation der Kundenansprüche“, so Goldbach: Die Produkte werden nach Qualitäts- und Preisniveau eingeteilt, Kundenbetreuung, Fertigungsqualität und Prüfaufwände darauf abgestimmt.

Christian Elbert, Leiter des Produktbereichs Kalibriertechnik der WIKA Alexander Wiegand SE & Co. KG aus dem unterfränkischen Klingenberg am Main, vertritt eine Position, die sich stark auf die Analyse der Konkurrenzsituation stützt. Um Produkte in den weltweiten Markt einzuführen und zu begleiten, nutzt sein Unternehmen die „Blue Ocean Strategie“. Grundgedanke ist es, innovative neue Märkte ohne Wettbewerber zu erschließen, sogenannte Blue Oceans. Dafür sollten Unternehmen Produkte anbieten, die Kunden einen relevanten Nutzen gegenüber Alternativprodukten bringen, die Konkurrenz wird idealerweise bedeutungslos. Voraussetzung zur erfolgreichen Umsetzung dieser Strategie sei, dass sich das Produktmanagement als „Voice of the customer“ versteht, mit Trend Scouting neue Wachstumsmärkte erschließt und in die globale Vertriebsstruktur des Unternehmens eingebunden ist, so Elbert. Durch diese Strategie vermeide WIKA zudem Kannibalisierung zwischen aufgekauften Tochtergesellschaften.

Transparente Entscheidungen dank Kennzahlen

Manuel Peter, Produktmanager bei der WITTENSTEIN alpha GmbH, setzt auf Produktsteuerung durch Produktlebenszyklen. In seinem Vortrag erläuterte er, dass diese immer kürzer und die Anzahl neuer Produkte immer größer werden. Mithilfe von Kennzahlen kommen Produktmanager zu fundierten und transparenten Entscheidungen. Am Beispiel eines Getriebes stellte er dar, wie zunächst aus der Vielzahl von möglichen Kennzahlen Absatz, Umsatz und Gewinn ausgewählt wurden. Damit war eine Ermittlung der Lebenszykluskurve und letztendlich eine erfolgreiche Produktsteuerung möglich.

Diese verschiedenen Blickwinkel auf das Produkt- und Innovationsmanagement könnten angehende duale Studierende ab Herbst am Campus Bad Mergentheim einnehmen, erklärten die WIW-Studiengangsleiter Prof. Dr. Simon Möhringer und Prof. Dr. Christian Steurer. Das Studienkonzept bietet den angehenden Ingenieuren breites Wissen in Technik, Wirtschaft und interdisziplinären Gebieten. „Die Besonderheit der neuen Studienrichtung ist die umfangreiche, noch praxisnähere Ausbildung. Denn auch in der Theoriephase ist viel Praxis in neuen hochmodernen Laboren integriert“, so Steurer. Die Vermittlung komplexer, modulübergreifender Zusammenhänge unter Benutzung spezieller (Software-)Werkzeuge stehe dabei im Mittelpunkt und werde durch Zusatzveranstaltungen wie interkulturelle Trainings, Lernseminare und Exkursionen unterstützt. Einige Module werden optional mit elektrotechnischem und maschinenbaulichem Schwerpunkt angeboten. Damit sei die Studienrichtung auch für elektrotechnisch geprägte Firmen eine Option, so der Professor.

Über den Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen

Die DHBW Mosbach bietet den Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen in Mosbach und Bad Mergentheim mit verschiedenen Schwerpunkten an. Am Standort Mosbach stehen Internationale Produktion und Logistik, Internationales Technisches Projektmanagement und Internationales Technisches Vertriebsmanagement zur Wahl. In Bad Mergentheim wird neben der neuen Studienrichtung Innovations- und Produktmanagement bereits seit dem Wintersemester 2013/14 ebenfalls die Studienrichtung Internationales Technisches Vertriebsmanagement angeboten. Weitere Informationen gibt es hier: www.dhbw-mosbach.de/wiw