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Mosbacher Wissenschaftler beraten Deutsche Ordensobernkonferenz

23. Februar 2018

Auf Einladung der Deutschen Ordensobernkonferenz haben die drei DHBW-Wissenschaftler Kirsten Bock, Prof. Dr. Anja Kern und Prof. Dr. Hubert Speth in einem zweitägigen Seminar im hessischen Hünfeld bei Fulda die Arbeitsgemeinschaft Berufungspastoral der Deutschen Orden (AGBO) über die betriebswirtschaftlichen Dimension von Klöstern beraten. 

In der AGBO vernetzen sich Ordensleute, die in der Berufungspastoral tätig sind. Sie bieten denen, die ihre Berufung suchen, Orientierungs- und Entscheidungshilfen an. Um junge Menschen kompetent begleiten zu können und um auf dem Laufenden zu sein, was sich in den Ordensgemeinschaften tut, veranstaltet die AGBO einmal im Jahr eine Jahreskonferenz, die neben einem eher organisatorisch geprägten Konferenzteil auch einen Studienteil hat, zu dem Referenten von außen eingeladen werden. 

Zu der Konferenz mit fast 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern verschiedenster Orden aus ganz Deutschland und Österreich wurden für den Studienteil in diesem Jahr drei Mosbacher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eingeladen. Im ersten Seminarteil berichtete Kirsten Bock über das mittlerweile zweijährige gemeinsame Projekt der DHBW Mosbach im Studiengang BWL-Handel mit dem Kloster Stift Neuburg. In diesem Projekt untersuchten Studierende des Studiengangs die Strukturen des Heidelberger Klosters und gaben Handlungsempfehlungen ab, wie das Kloster sich neu ausrichten sollte, um auch in der kommenden Generation attraktiv für junge Novizen zu sein.

Im zweiten Teil führte Anja Kern die Teilnehmer in die Organisationslehre ein. Sie erläuterte dabei, dass ein Kloster als Organisation in manchen Aspekten einem Unternehmen ähnelt. Am Beispiel eines Eisberges zeigte sie auf, dass ganz unten die Glaubenssätze und Grundannahmen verankert sind, die zum größten Teil unbewusst und nur schwer beeinflussbar sind. „Nach den Ergebnissen der von Studierenden durchgeführten Studie suchen junge Novizen eine Organisation, deren Glaubenssätze und Grundannahmen erlauben, ihren Glauben in der Gemeinschaft zu leben.“ Die sichtbaren und formalen Aspekte wie Karrierewege, Berufsbilder, Stellenbeschreibungen oder Strategie scheinen eine weniger große Rolle bei der Auswahl zu spielen, so die Professorin.

Am zweiten Seminartag organisierte Hubert Speth einen Workshop mit den Seminarteilnehmern. Er führte in einem kurzen Referat in die Stakeholder-Analyse ein. Er zeigte dabei auf, dass ein Kloster, wie jede andere Organisation auch, eine ganze Reihe von Anspruchsgruppen besitzt, sogenannte Stakeholder, die und deren Ansprüche man kennen muss, um auf deren Bedürfnisse eingehen zu können. In den darauf anschließenden Gruppenarbeiten, durften die Teilnehmer die wesentlichen Stakeholder und deren Ansprüche für ihren jeweiligen Aufgabenbereich im Kloster selbst erarbeiten und dem Plenum präsentieren. „Für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer war es eine Überraschung, wie sehr doch die Betriebswirtschaftslehre mit ihrem monastischen Leben zu tun haben kann“, fasst Speth zusammen.

Prof. Dr. Hubert Speth

Studiengangsleitung BWL - HD - Holzwirtschaft
Studiengangsleitung BWL - HD - Internationaler Handel
Studiengangsleitung BWL - Handel

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